Beechband
Beechband – ein praktischer Ansatz der dennoch weiter zu testen ist
Liebe Hazel, vielen Dank für die Einladung, kurz über meine Erfahrungen mit dem BeechBand zu berichten.
Frage: Was ist das BeechBand?
Von aussen betrachtet sieht das Band zunächst aus wie eine Armbanduhr. Wenn man es anzieht und einschaltet, sendet es kleine, regelmässige Impulse an das Handgelenk. Die Hersteller beschreiben die Funktionsweise folgendermassen: „BeechBand liefert sanfte, niedrigintensive Hintergrundvibrationen während des Tragens, ähnlich wie eine Uhr. Diese subtilen Impulse sollen eine beruhigende sensorische Stimulation bieten, die im Laufe der Zeit Bewegung und neurologische Funktionen unterstützen kann.“
Wichtig ist: Es handelt sich ausdrücklich nicht um ein Medizinprodukt, und das System befindet sich noch in der Erprobung. Der Gründer des kleinen Startups ist selbst von Parkinson betroffen. Er hat festgestellt, dass rhythmische Klopfimpulse seine Beweglichkeit unterstützen. Da dies im Alltag schwer dauerhaft umzusetzen ist, hat er gemeinsam mit anderen dieses Band als Alternative entwickelt.
Frage: Welche Erfahrungen hast du selbst damit gemacht?
Ich habe mir das originale Band aus Interesse bestellt. Einerseits finde ich es bemerkenswert, dass ein kleines Startup den Mut hat, so einen Ansatz öffentlich zugänglich zu machen. Andererseits versuche ich grundsätzlich, offen und neugierig gegenüber neuen unterstützenden Ansätzen zu bleiben – ohne mir dabei zu viel zu versprechen.
Das ursprüngliche Band war für mich allerdings zu laut. Im Arbeitsalltag hat es mich gestört, sodass ich es dort nicht sinnvoll tragen konnte. Inzwischen nutze ich stattdessen die App für die Apple Watch. Damit bin ich sehr zufrieden: Die Vibration ist kaum hörbar, und solange ich den Arm nicht direkt auf eine Tischplatte lege, kann ich sie auch während Beratungsgesprächen problemlos laufen lassen.
Frage: Hast du bereits einen Effekt verspürt?
Ehrlicherweise: fraglich, ich empfinde es als angenehm und irgendwie entlastend. Ich bin noch jung erkrankt und befinde mich erst im zweiten Jahr nach der Diagnose. Es kann gut sein, dass ich deshalb noch keine deutlichen Effekte wahrnehme. Was ich aber schon vorher beobachtet habe: Ich empfand die Vibration meiner Apple Watch – etwa bei eingehenden Nachrichten – immer als angenehm.
Es fühlte sich so an, als würde der Arm dadurch entspannen und bewusster wahrgenommen. In stressigen Momenten, zum Beispiel beim Packen vor einer Reise, nutze ich die App gezielt, um längere Vibrationen auszulösen. Das empfinde ich als unterstützend. Die Hersteller empfehlen übrigens, das System über mehrere Wochen bis Monate hinweg täglich mindestens zwei Stunden zu nutzen.
Frage: Hast du noch Tipps und Tricks aus deiner Versuchsreihe?:
Ja, ein paar praktische Dinge haben sich für mich im Alltag ergeben: Beim Originalgerät habe ich ein Schweissband aus Frotteestoff über das Wearable gezogen. Dadurch wurde das Geräusch etwas gedämpft. Ausserdem habe ich es häufig am Fussgelenk getragen statt am Arm.
Das hat sich zwar ein wenig „wie im Knast“ angefühlt ;) , aber dort hat es mich deutlich weniger gestört. Oft habe ich das Band auch bewusst dann genutzt, wenn ich sowieso draussen war – zum Beispiel beim Sport oder unterwegs. Für mich persönlich ist aber die App deutlich praktischer: Die Laufzeit ist sehr lang, das Geräusch praktisch nicht hörbar, und optisch gefällt mir die Lösung mit der Apple Watch einfach besser.
Frage: Würdest du das Produkt weiterempfehlen? Wenn ja, wem?
Ich bin grundsätzlich zurückhaltend mit Empfehlungen. Auch, weil ich viele Symptome, die andere Betroffene möglicherweise haben, selbst noch gar nicht kenne. Wer jedoch offen dafür ist, etwas Neues auszuprobieren – ohne grosse Risiken – und wer möglicherweise ebenfalls positive Erfahrungen mit sensorischem Input gemacht hat, könnte davon profitieren, es einmal zu testen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Wirkung sehr individuell ist und jede Person ihre eigenen Erfahrungen damit macht.
Frage: Gibt es auch kritische Gedanken zu dem Produkt?:
Ich denke, das hängt stark von der eigenen Haltung ab. Für mich war es in erster Linie etwas, das mich interessiert hat – auch aus naturwissenschaftlicher Sicht. Oft ist es ja so, dass wir Dinge zunächst zufällig entdecken und sie nicht sofort vollständig erklären können. Gleichzeitig fand ich es spannend, dass eine kleine Gruppe Betroffener daraus ein Startup gegründet hat.
Das wollte ich auch unterstützen. Die Rückgabegarantie habe ich persönlich nicht genutzt, finde sie aber eine sympathische und faire Haltung der Hersteller. Wie bei allen Ansätzen, die wissenschaftlich noch nicht gesichert sind, bin ich ohne grosse Erwartungen herangegangen. Ich nutze das Produkt heute so, wie es sich für mich stimmig anfühlt: zum Beispiel dann, wenn sich ein Arm schwächer anfühlt oder wenn ich merke, dass ich unruhig werde. In solchen Momenten schalte ich es ein und habe den Eindruck, dass es mir guttut.
Gleichzeitig bin ich mir bewusst, dass ich noch in einer Phase bin, in der Medikamente gut wirken. Insofern bin ich vermutlich kein besonders repräsentatives Testobjekt. Ich wünsche euch allen, dass ihr für euch jeweils das wählen könnt, was im Moment gut passt. Bleibt flexibel – und vor allem bei euch selbst.
Herzliche Grüsse CastlER
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