Spontaninterview im Chat

Teilnehmer: Canty, Bianconiglio, arga, Brianna (01.11.2021)

Vor kurzem entstand die Idee, ParkiPedia-Beiträge in Interviewform zu verfassen. Canty und Biancoiglio waren sofort bereit, sich auf dieses Experiment einzulassen Gesagt, getan! Zwischenzeitlich standen die beiden ersten Interviews zur Diskussion bereit. Canty und Bianconiglio fragten sich und zwei weitere zufällig im Chat Anwesende, wie wohl das Feedback ausfallen würde? So kam es zu diesem Spontan-Interview im PAoL-Chat.

  • Canty:
    Brianna und arga: hat Parkinson euch verändert? Wenn ja, wie?
  • Brianna zu Canty:
    Ich habe den Ausstieg aus dem Hamsterrad geschafft, es muss nicht mehr alles 150 %ig sein, so kam es mir all die Jahre vor, mein Leben im Laufschritt
  • arga:
    Die Diagnose Parkinson hat mich eigentlich nicht erschüttert - aber mittlerweile wurde sie fast mein Lebensinhalt.
  • Canty:
    wo fällt es dir dennoch noch schwer? Brianna
  • Brianna zu Canty:
    es nervt mich manchmal trotzdem, wenn ich die Kurve im Alltag nicht bekomme und zu viel liegen bleibt.
  • arga:
    diese Frage empfinde ich als sehr schwer. Ich habe ein anderes Verhältnis zu Krankheiten, als die meisten; akzeptieren, nach vorne schauen und das Beste draus machen
  • Canty:
    dein ganz persönlicher Ratschlag an Neuerkrankte, wäre….?
  • Bianconiglio:
    Canty, mein persönlicher Ratschlag an Neuerkrankte ist: Mach dich, bevor du etwas unternimmst, erstmal von allen Emotionen frei und führe eine Lagebeurteilung durch, untersuche die Handlungsoptionen, liste sie auf, bewerte sie und triff eine Entscheidung, nachdem du eine Nacht darüber geschlafen hast
  • Brianna zu Canty:
    Mein persönlicher Vorschlag für Neuerkrankte: nicht lockerlassen, nach einem guten Neurologen Ausschau halten, Kontakte knüpfen zu gleich Betroffenen, und eines nicht vergessen, das Leben leben!
  • Bianconiglio:
    Wie hast du den Moment der Diagnose erlebt? An welche Gedanken kannst du dich erinnern?
  • Brianna zu Bianconiglio:
    Der Moment der Diagnose war - eine Befreiung! Endlich war klar, was mit mir los ist, und endlich wurde mir mit Medikamenten geholfen, der Schmerz, der drei lange Jahre ständig mein Begleiter war, verschwand
  • arga:
    Ich hatte die Diagnose schon erwartet und trotzdem waren meine Gedanken erstmal bei Parkinson. ich hatte eine Woche zuvor die Diagnose Gehirntumor bekommen, diese schob ich erstmal beiseite
  • Bianconiglio:
    „Alles hat seine Vor- und Nachteile“ - ein viel genutzter oder abgenutzter Spruch - oder hat dir Parkinson auch etwas Positives gegeben?
  • Brianna zu Bianconiglio:
    „Sir James hat meine Seele befreit, indem er meinen Körper gefangen hat “ ist die Überschrift zu einer persönlichen Analyse. Ich stand am Abgrund und bekam Hilfe dabei, ein Trauma meiner Vergangenheit aufzuarbeiten.
  • arga zu Bianconiglio:
    Parkinson hat mir viele Menschen näher gebracht, auch um diese Krankheit besser zu verstehen.Es gäbe viele Freundschaften nicht und diese 2. Heimat!So habe ich PAoL mal vor Jahren bezeichnet.
  • Bianconiglio:
    Was muss eine Interessenvertretung für Parkis leisten?
  • Brianna zu Bianconiglio:
    Die Interessenvertretung soll sich um alle Altersstufen kümmern und nicht zu einem monatlichen Kaffeekränzchen mit Gymnastikeinlage verkümmern (was anderes passierte hier vor Ort bei der dpv nämlich nicht). Von der dpv habe ich mittlerweile mehr und mehr den Eindruck, dass in erster Linie Geld gesammelt wird; alle paar Wochen flatterte mir ein Bettelbrief mit Überweisungsvordruck ins Haus, das hat mich verärgert. Eine Interessenvertretung sollte Informationen sammeln, sich nicht scheuen, auch mal Klartext zu reden. Sie soll sich aber auch im Inneren um die Menschen kümmern, zuhören, Rat geben, weiterhelfen.

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frag Paoli