ja was blüht uns denn da
Lasst Blumen wachsen
Canty interviewt Lotte zum Thema Gartentherapie
Dass Lotte für ihr Leben gerne im Garten arbeitet, wusste ich. Eine Bemerkung ihres Sohnes ließ mich jedoch aufhorchen: „Gebt der Mutter eine Gartenschere und ihr geht es gut“. Diesen Satz kenne ich doch von meiner Familie! „Schenk meiner Mum eine Gartenzwicke, dann ist sie glücklich“. An einen Zufall glaubte ich nicht! Ich begann zu recherchieren und stieß tatsächlich auf Berichte und Erfahrungen zur Gartentherapie bei Neurologischen Krankheiten, wie Parkinson: Was wohl Lotte dazu sagen wird?
So kam es zu diesem Interview.
Canty: Lotte, hast du schon etwas über Gartentherapie bei Parkinson und anderen neurologischen Erkrankungen gehört?
Lotte: Nein, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, wie gut das funktionieren könnte.
Canty: Wie darf ich mir eigentlich deinen Garten vorstellen?
Lotte: Kleine Terrasse, dann etwa 20 m Rasen, 6 m breit und außen 1 m Beete. Die beiden letzten Meter sind „sehr naturnahe“. In den Beeten wächst alles, was ich sehr gerne mag: Ein Ginkgo-Baum, eine Magnolie, Pfingstrosen, Gräser, Phlox, Lupinen, wilder Wein, Flieder und vieles andere mehr.
Canty: Das klingt sehr einladend. Eine Terrasse zum Entspannen und Verweilen, ein naturnahes Fleckchen Erde und deine Lieblingsbüsche und Stauden. Wann hast du eigentlich entdeckt, dass du so gerne im Garten werkelst?
Lotte: Schon als Kind war ich lieber draußen, anstatt drinnen. Und die vielen Aufenthalte auf den Bauernhöfen unserer Verwandten, das prägt natürlich.
Canty: Ja, genau! Frühkindliche Prägung ist nicht zu unterschätzen. Was tut dir eigentlich beim „Garteln“ so gut?
Lotte: Die frische Luft, egal ob man werkelt oder Kaffee trinkt, die vielen Schattierungen der Farbe Grün und die Möglichkeit etwas zu gestalten.
Canty: „Dass nicht alles so wird, wie man es will – das lernen wir auch im Garten“
Lotte: Oh ja, das Unkraut wächst auf jeden Fall weiter. Ich denke, man lernt im Garten Geduld, weil es z.B. oft lange dauert, bis eine Pflanze blüht; Gelassenheit, weil doch alles so wächst wie es will und Zuversicht, denn jedes Jahr wird aus einem kahlen und blattlosen kleinen Grundstück ein blühendes Feuerwerk und ein Stück Heimat.
Canty: Das ist ein wunderbarer Vergleich, Lotte. Fällt dir eine kurze Gartengeschichte ein?
Lotte: Als unsere erste Pfingstrose blühte, mit einer einzigen prachtvollen Blüte, zeigte ich sie stolz meiner 4-jährigen Tochter und sagte ihr, wie sehr ich mich darüber freue. Kurze Zeit später kam sie freudestrahlend zu mir in die Küche: sie hatte die Pfingstrose direkt unter der Blüte abgeschnitten und mit in ein altes Senfglas ohne Wasser getan, damit ich mich auch drinnen an ihr erfreuen kann. Da hatte ich echt mal ein lachendes und ein weinendes Auge.
Canty: Herrlich! Eine sehr berührende liebevolle Gartengeschichte! Vielen lieben Dank für das Interview, liebe Lotte und weiterhin viel Freude beim Garteln.
Lotte: Danke, dir auch und vielen Dank für dein Engagement!
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