ein fixer Paoli - oder?
Der rasende Parki Racer von Bianconiglio interviewt
- Bianconiglio:
- Hallo Racer, mit einer Interviewreihe wollen wir, dass sich die PAoLis gegenseitig besser kennen lernen. Schön, dass du dabei bist – aber dein Nickname weist ja auch schnelle Entscheidungen hin. Wie bist du auf ihn gekommen?
- Racer:
- Mein Name ist Programm! Ich habe mich schon immer für schnelle Autos interessiert und wurde durch den Film „Auf dem Highway ist die Hölle los“ Lamborghini-Fan. Das bin ich auch heute noch. Mit ein paar Kumpels gründeten wir 2007 den Kart-Club „Die wilden Sieben“, seit dem ist Kartrennen meine Leidenschaft, deswegen der Nickname Racer, Mein Motto: Racer ist Racer, auch mit Parkinson…dann ist er eben ein Slowmotion-Racer. ist Racer, auch mit Parkinson…dann ist er eben ein Slowmotion-Racer.
- Bianconiglio:
- Das war dein erstes Action-Hobby?
- Racer:
- Nein, meine große Leidenschaft vor dem Kartrennen, war der Kampfsport. Ich habe mit 16 Jahren angefangen.
- Bianconiglio:
- Für wen war das schmerzhafter?
- Racer:
- Zunächst für meine Gegner, ich wurde 1994 Europameister im Kickboxen. Später ließ mich ein Sehnenabriss mit Kampfsport aufhören.
- Bianconiglio:
- Ich nehme an, dass du deine Zeit bei der Bundeswehr auch mitgenommen hast, oder?
- Racer:
- Ja, da ich mich seit meiner Jugend für Luft- und Raumfahrt interessiere, wollte ich unbedingt zur Luftwaffe. Dieser Wunsch ging zwar nicht in Erfüllung, in die Lüfte kam ich trotzdem und zwar in einem Transporthubschrauber CH-53 – den ich allerdings in 400 m Höhe wieder verlassen musste. Die dreieinhalb Wochen Ausbildung waren toll, aber so richtig realisierte ich erst im Hubschrauber, dass man von mir erwartete, aus einem völlig intakten Luftfahrzeug auszusteigen, obwohl sich dieses hoch in der Luft befand, aber niedrig genug, um am Boden alles erkennen zu können. Der Ausbilder bewies Humor und riet uns: „Wenn der Schirm nicht öffnet, Beine kreuzen, Arme ausbreiten, dann kann man euch besser wieder aus der Erde drehen .
- Bianconiglio:
- Konntest du das nach deiner Wehrpflicht fortsetzen?
- Racer:
- Ich bin zivil noch einige Zeit gesprungen, auch als „Freifaller“ (ohne, dass sich der Schirm automatisch öffnet) aus 1.500 m Höhe. Allerdings stellte sich dieses Hobby als zeitaufwändig und kostspielig heraus. Also beendete ich das.
- Bianconiglio:
- Was bedeuteten die dann folgenden Kartrennen für dich? War das nicht zu wenig Anstrengung?
- Racer:
- Das täuscht! Kartfahren ist nicht nur geistig, sondern auch körperlich fordernd, keine Servolenkung, eine sehr direkte Lenkung, sodass man nach einem Rennen von 30 bis 60 Minuten richtig geschafft ist. So manches Mal nehmen wir als Team auch an Mehrstundenrennen teil, dabei war das längste ein 24-Stunden-Rennen. Da ist der Verbrauch an Trinkwasser enorm.
- Bianconiglio:
- Hast du eine Lieblingsstrecke?
- Racer:
- Unser Favorit ist Bispingen an der A7. Die Bahn ist sowohl indoor wie outdoor und man kann auf der Bahn gut überholen – wenn das Tempo passt .
- Bianconiglio:
- Das würde ich mir gerne mal ansehen!
- Racer:
- Nichts leichter als das! Ich habe hier eine YouTube-Aufzeichnung von einem meiner Rennen. Zum Ansehen klickst du hier:
- Bianconiglio:
- Und jetzt wird es ernst: Dein erster spontaner Gedanke nach der Diagnose Parkinson war?
- Racer:
- Das war 2015, ich werde es nicht vergessen: Leere und gleichzeitig 1000 Dinge, muss ich sterben, werde ich ein Pflegefall?
- Bianconiglio:
- Was hast du nach der Diagnose unternommen?
- Racer:
- Ein Neurologe empfahl mir die Selbsthilfegruppe der dPV. Die Leiterin dieser Gruppe hat mir sehr geholfen die ersten Schritte, als Parkinson erkrankter zu gehen. Ich bin von Anfang an offen mit meiner Erkrankung umgegangen, habe sofort Frau und Kinder informiert, danach auch den Freundeskreis. Zwei Wochen saß ich in einem tiefen Loch, mit der Unterstützung meiner Familie schaffte ich es schnell wieder heraus, habe dann den Sport intensiviert und komme jetzt mit der Situation zurecht.
- Bianconiglio:
- Dein Rat an Neuerkrankte?
- Racer:
- Sofort offen mit Parkinson umgehen, mir hat es auch beruflich geholfen, mit offenen Karten zu spielen. Dann Kontakt zu anderen Betroffenen knüpfen. Ich denke, das senkt auch die Gefahr, in Depressionen zu gelangen.
- Bianconiglio:
- Wenn man Streit mit dir sucht, braucht man nur … ?
- Racer:
- Ich bin sehr entspannt – aber Hände weg von meiner Familie!
- Bianconiglio:
- Eine Freude kann man dir ganz einfach machen, in dem man …
- Racer:
- Einen Kartgutschein würde ich nicht ablehnen, aber sag das bitte nicht meiner Frau!
- Bianconiglio:
- Eure Beziehung … ?
- Racer:
- … ist durch einen 20-jährigen Beziehungstest erprobt und geprüft, das gemeinsame Tanzen, welches bei vielen Paaren zu Stress führt, weil die Fehler selten bei sich selbst, sondern eher beim Partner gesucht werden. Wir sind in keine Krise dadurch gekommen.
- Bianconiglio:
- PAoL bedeutet für dich … ?
- Racer:
- Seit 2018 ist es wichtiger Bestandteil meines Tagesablaufs, ich schaue jeden Tag rein, ich schätze den Austausch und die Information, alles unter Gleichgesinnten .
- Bianconiglio:
- Wie hat Parkinson dein Leben verändert?
- Racer:
- Ich arbeite seit kurzem nur noch 5 Stunden am Tag, was trotzdem immer noch Stress ist, aber ich kann nach der Arbeit gut und schnell abschalten. Ich bin früher viel gelaufen, bis zu 15 km, durch Parkinson wurde das immer schwieriger, jetzt fahre ich stattdessen Fahrrad, zusätzlich trainiere ich am Sandsack und natürlich verschiedene Fitnessübungen. Mein Fazit: Mit der Unterstützung meiner Familie, mit viel Bewegung / Sport und der Vernetzung mit anderen Parkinson erkrankten in PAoL lassen sich die Probleme bewältigen bzw. aushalten.
- Bianconiglio:
- Vielen Dank für das offene Gespräch!
Du möchtest im Forum weiter lesen oder du hast noch Fragen?
Dann registriere dich bitte einmalig und kostenlos auf dieser unserer Seite. Du bist schon registriert? Dann direkt zum Forum
Wichtige Hinweise!
Der Besuch unserer Webseiten ersetzt nicht die persönliche Beratung oder Behandlung durch einen Arzt, Therapeuten, Juristen oder andere entsprechend qualifizierte Fachpersonen.
ParkiPedia ist kein wissenschaftliches, medizinisches oder rechtswissenschaftliches Fachwerk. Unsere Inhalte leben vom Erfahrungsaustausch: Sie werden überwiegend von Betroffenen und Angehörigen verfasst, die ihre persönlichen Erlebnisse, Erkenntnisse und Erfahrungen mit anderen teilen möchten.
Diese Erfahrungsberichte können Mut machen, Orientierung bieten und helfen, verschiedene Sichtweisen kennenzulernen. Gleichzeitig spiegeln sie immer die persönliche Erfahrung der jeweiligen Autorin oder des jeweiligen Autors wider. Da die Verfasserinnen und Verfasser in der Regel keine medizinischen oder juristischen Fachleute sind, sollten die Inhalte stets mit einer gewissen Offenheit und kritischen Einordnung gelesen werden.
Bei gesundheitlichen, therapeutischen oder rechtlichen Fragen empfehlen wir deshalb immer, zusätzlich den Rat entsprechend qualifizierter Fachpersonen einzuholen. Nur sie können Ihre individuelle Situation fachgerecht beurteilen.
| Rechtliches Es gelten die Bestimmungen von Parkins-on-line.de | Datenschutz | Haftung | Impressum | Nutzungsbedingungen | Satzung, Wahl, Geschäftsordnung | Urheberrecht | Ausschluss |
✔cm
